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Reisebericht San Cristobal 2011

Mit dem Nachtbus aus Oaxaca sind wir etwas zerknittert nach 13 Stunden Fahrt in San Cristobal angekommen. Dennoch wollte ich den Tag nutzen und so sind wir mit einem Guide (das sind jeweils „Locals“, ortskundige und englischsprechende Guides, die unser Tour Leader für uns organisiert und empfiehlt; diese Tagestouren kosten nicht alle Welt…) in die umliegenden Dörfer, oder Städtchen. Diese von weitestgehend indigenen Völkern bewohnten Orte haben eine faszinierende Eigenständigkeit und haben mit Mexiko als Land und z.B. der Stadt San Cristobal wenig zu tun. Ein Beispiel: In einem Dorf sind die Polizisten nicht unformiert, sondern laufen in Trachten umher und sind nicht bewaffnet. In einem anderen Dorf ist es Taxifahrern aus der Stadt San Cristobal partout nicht erlaubt, Kunden nach San Cristobal zurück zu fahren.

Es ist wirklich wahnsinnig, wie gross die kulturellen, religiösen und sprachlichen Unterschiede sind. Selbst die Differenzen zwischen den einzelnen Orten könnten grösser nicht sein. Kleidung, Glaube, Handwerk, etc., alles ist anders. Einige Dörfer haben einiges von den spanischen Eroberern aufgenommen und in ihre Kultur eingebaut, andere sind strikt sich selbst geblieben. Wenn von Eroberern gesprochen wird, handelte es sich meistens um religiöse Vorhaben. In Mexiko habe ich so viele Kirchen wie noch nie in meinem Leben gesehen. Manche sind katholisch und sehen aus wie in Europa, andere sind halb indigene Tempel, halb Kirche. Faszinierend ist, wie Dinge wie Coca-Cola teilweise so tief in die Religion eingebunden wurden, da Softdrinks nun den Göttern angeboten werden und Coca-Cola für den schwarzen Mais steht. Mais ist sowieso allgegenwärtig, nicht nur in der Küche. Es gibt ihn hier in vier Farben, schwarz, gelb, weiss und orange.

Ehrlich gesagt ist es nicht ganz einfach, die Erlebnisse aus dieser Region in Worte zu fassen. Prähispanische Kulturen wurden auf einzigartige Weise mit katholischem Glauben und Auswirkungen der Globalisierung vermischt. Ein Beispiel: in einer „Kirche“ muss die Anzahl der Kerzen durch drei dividierbar sein, vor den Kerzen stehen Coca-Cola, Orangina, Mineralwasser und Fanta (für die vier Maisfarben) für die Götter, zudem wird einem Huhn der Hals umgedreht, da dies positive Kräfte freisetzen kann. Verwirrend und faszinierend zugleich!

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