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Reisebericht Colca Canyon 2011

Weiter führte uns die Reise nun richtig hoch hinaus. Haben wir die schneebedeckten Gipfel bisher nur aus der Ferne gesehen, haben wir die 5000er Grenze auf der Fahrt von Arequipa nach Chivay nur ganz knapp verpasst. Auf der kurvenreichen Fahrt in die Anden wurde uns empfohlen, etwas auf Coca-Blättern zu kauen, das den Menschen im ganzen Andenraum schon seit Jahrtausenden gegen Höhenkrankheit hilft.

Das Dörfchen Chivay, das als Ausgangspunkt für Fahrten, Ausflüge oder Wanderungen in den „Colco Canyon“ (span: Cañon del Colco) dient, ist an sich nichts Besonderes. Wer es, (wie wirJ) etwas versteht, abseits der englischsprachigen Trampelpfade einzukaufen und vor allem zu essen, kommt günstiger, bestimmt auch besser und mit mehr Kontakt zur lokalen Bevölkerung davon. Nicht das mein Spanisch bereits fliessend wäre, aber ich kann jedoch nach allem fragen, um Preise handeln und simple Konversationen halten.

Apropos Sprache, je weiter wir von nun an westlich reisen, desto weniger wird spanisch gesprochen. Hier in Peru wird noch immer (vor allem vom älteren Teil der Bevölkerung) eine indigene Sprache namens „Quechua“ gesprochen. Auch „Aymara“ wird noch verwendet, in Peru sowie auch in Bolivien. Quechua wird in allen Andenstaaten, von Kolumbien, über Ecuador und Peru bis nach Chile und Argentinien noch heute gesprochen. Ca. acht der rund dreissig Millionen Peruaner beherrschen das indigene Idiom Quechua. Für schätzungsweise etwa zwei Millionen Menschen in Peru ist Quechua die einzige Sprache, in der sie sich verständlich ausdrücken können.

Der Ausflug in den Canyon selbst war zwar fast ausschliesslich eine holprige Fahrt auf einer staubigen Strasse, belohnt wurden wir jedoch mit fantastischen Ausblicken auf Dörfer und Ackerbauterrassen, die noch aus der Prä-Inka-Zeit stammen. Angekommen am „Cruz del Sur“, einem Aussichtspunkt, bei dem der Canyon über tausend Meter in die Tiefe geht, bietet einem die Natur ein Spektakel der Sonderklasse. Stahlblauer Himmel, gepaart mit den richtigen warmen Luftströmungen lassen die grossen Andenkondore durch die Luft gleiten. Wahnsinnig, wie scheinbar schwerelos diese grossen Tiere es verstehen, die thermischen Strömungen auszunutzen und wenige Meter vor/über uns vorbei zu fliegen. Eindrücklich!

Übrigens, haben wir auf dem Rückweg nach Chivay Kaktusfrüchte probiert, die in diesem Tal, neben vielen anderen Früchten, wachsen. Es gibt kiwiähnliche, aber sau sauer, und richtig gute, leicht süsslich schmeckend.

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