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Santiago de Chile und Valparaiso

Die Strecke von Mendoza nach Santiago de Chile sieht auf der Karte nicht lange aus. Aber da ein paar Andengipfel und ein Pass (und der Grenzübergang) auf über 4000 m.ü.M. dazwischen liegen, dauerte die Reise doch über acht Stunden. Insbesondere die Einreise nach Chile ist immer etwas mühsam, da die Chilenen die Argentinier resp. deren Produkte als sehr gefährlich einschätzen, sodass nach der Einreise der Buspassagiere auch noch jedes einzelne Gepäckstück gescannt und ggf. auch von Hand noch durchwühlt wird (umgekehrt ist das übrigens nicht der Fall). Mindestens ein Drogenhund muss dann auch noch die Runde machen und an allen Gepäckstücken schnüffeln. Darum entschieden wir uns für diese Strecke gegen einen Nachtbus, da das mehrere Stunden lange Warten tagsüber etwas erträglicher ist als mitten in der Nacht.

Santiago de Chile war immer so ein Zwischenziel auf unserer Reise. Eine Stadt, über die man viel lesen kann und wir eigentlich schon lange besuchen wollten. Wir entschieden uns, im Stadtteil Providencia zu wohnen. Das ist ein weit entwickelter, ruhiger Stadtteil, der dennoch viel Gastronomie zu bieten hat. Das 

Öffentlicher Nahverkehr in Santiago de Chile

Um in Santiago de Chile Bus oder Metro fahren zu können, braucht man eine Bip-Karte (wie SUBE in Argentinien). Diese kostet CLP 1550 (ca. CHF 2.35) und kann in allen Metrostationen gekauft und mit einem beliebigen Betrag aufgeladen werden. Der Transport in der Stadt funktioniert einwandfrei und die Metrostationen sind extrem sauber.

Was machen in Santiago de Chile?
Vier Tage verbrachten wir in der Stadt und dies reichte gut aus, die Stadt mit einem sehr gemütlichen Tempo zu erkunden. Neben dem Stadtteil Providencia, erkundeten wir natürlich auch die weiteren, sehenswürdigen Viertel. Die wichtigsten Seheswürdigkeiten oder Ecken von Santiago de Chile sind folgende:

  • Cerro San Cristobal
  • Bella Vista Ausgehviertel (nachts besuchen, tagsüber ist hier tote Hose)
  • Stadtzentrum und Lastarria mit vielen Kaffees und Restaurants
  • Das Viertel Brasil mit einem sehr lebhaften Markt
  • Plaza de Armas

Tagesauflug nach Valparaiso

Valparaiso besuchten wir als Tagesausflug von Santiago aus. Die Stadt am Meer ist rund zwei Stunden Busfahrt entfernt und man erreicht sie am einfachsten, wenn man von der Metrostation Pajaritos eine Bus nimmt. Die Fahrt kostet, wenn man das Ticket am Schalter kauft, ca. CHP 4700, was etwa CHF 7 entspricht). Die Busse in Chile fahren unserer Erfahrung gemäss auf die Minute genau. Am Busbahnhof in Valparaiso angekommen, haben wir uns von den vielen Händlern ein Frühstück geholt und sind dann durch den Markt geschlendert. In Sachen Früchten und Gemüsen gibt es da wirklich alles, was man sich denken kann. Chile bleibt uns diesbezüglich als richtiges Paradies in Erinnerung.

Als wir weiter Richtung Stadtzentrum gingen, waren wir erstmals etwas enttäuscht. Neben dem normalen Angebot an Empanadas roch es vor allem nach Kot und Unrat, was nicht gerade einladend war. Wir wollten der Stadt aber unbedingt eine zweite Chance geben und machten uns auf den Weg, die vielen steilen, bunten Gassen und die speziellen Lifte zu entdecken. Valparaiso ist sehr hügelig und an verschiedenen Stellen bietet sich einem ein schöner Ausblick zur Nachbarstadt Vinar del Mar und zum Hafen. 

Die Stadt hinterlässt bei mir einen gespaltenen Eindruck. Einerseits sind da die vielen bunten Kunstwerke, Wandbilder und Strassenmalereien, die den engen Gassen mit vielen Cafes und Restaurants eine nette Atmosphäre verleihen. Andererseits ist der da der viele Müll und der Gestank nach Fekalien, Essensresten und Tierkadavern, der so gar nicht einladend ist. Dieses Bild, das ich von Valparaiso im Kopf habe, steht im starken Widerspruch mit der Ansicht vieler Chilenen, dass sie eigentlich gar kein südamerikanisches Land seien, so gut wie hier alles funktioniere und so stark die Volkswirtschaft sei. Irgendwie lässt mich der Eindruck nicht los, dass viele Chilenen, die wir getroffen haben und mit denen wie gesprochen haben, den Fortschritt ihres Landes und damit sich selbst etwas überschätzen. In Kombination mit den weitaus weniger freundlicheren Leuten, als beispielsweise in Argentinien, und den offensichtlichen Problemen, hinterlässt die Hafenstadt… sagen wir mal, nicht den allerbesten Eindruck.

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