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Jujuy (inkl. Salinas Grandes und Quebrada de Humahuaca) 2019

Für die Fahrt von San Pedro de Atacama (Chile) nach San Salvador de Jujuy (Argentinien) entschieden wir uns bewusst für einen Bus tagsüber, da es bekanntermassen angenehmeres gibt, als Landesgrenzen mitten in der Nacht zu überqueren. Die Fahrt dauert ungefähr 8 Stunden. Am (neuen) Busbahnhof von Jujuy angekommen, stellten wir fest, dass auch hier die SUBE-Karte benutzt werden kann und nahmen den erstbesten Bus ins Stadtzentrum. Wir fanden kein wirklich gutes Hostel, entschieden uns für das D-Gira, würden da aber nicht wieder hingehen (vor allem das Bad war recht schmutzig). 

Montana de los 7 colores (7-farbiger Berg) in Purcamarca

Für die Zeit in der Provinz Jujuy mieteten wir uns ein Auto. Da wir sonst fast ausschliesslich mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind, ist das für uns „etwas Spezielles“. Das Auto nahmen wir hier vor allem, weil wir zu den Salinas Grandes wollten, also dem Salzsee, der ca. 2 Autostunden von der Stadt Jujuy entfernt liegt und nicht per Bus erreichbar ist (ausser man nimmt einen, der nach Chile fährt, aber da Salinas Grandes keine Station ist, müsste man wohl viel zu viel bezahlen und zurückkommen würde ungemein schwierig werden, da in dieser abgelegenen Gegend nicht einfach Busse mit leeren Sitzen vorbei kommen). Also machten wir uns auf in Richtung Norden, durch die fast schon tropische Vegetation in Richtung Berge. Die Landschaft wurde mit jeder Minute karger, Kakteen lösten die dichten Wälder ab und bald schon gab es nur noch kleine Grasbüschel. Der erste Stopp war Purcamarca (auch hier fahren die Busse aus/nach Chile durch, wobei aussteigen und einen Transport in die Gegenrichtung nach Jujuy zu finden kein Problem ist). Von einem kleinen Hügel im Dorf (Eintritt ARS 10) hat man einen schönen Blick auf den „Montana de 7 colores“ (den siebenfarbigen Berg). Durch Aufschichtung Gesteinsschichten mit verschiedenen Mineralien erscheinen die Berge in dieser Region in sieben (oder mehr) Farben. Von rot übder gelblich bis braun und zurück.

Salinas Grandes

Weiter ging die Fahrt über den knapp 4200 m.ü.M. Hohen Lojan-Pass in Richtung Senke, wo sich die Salinas Grandes befinden. Dorthin kommt fast jeder mit dem eigenen Fahrzeug, was auch folgenden Vorteil hat: Man kann resp. muss sich vor Ort einen Guide nehmen (kostet aktuell ARS 300 und nicht wie in vielen anderen Blogs angegeben ARS 200), der sich zu einem ins Auto setzt und viel über die Entstehung und die Nutzung des Salzsees erzählt. Er war es auch, der sich gekonnt ins Salz legte und für uns das eine oder andere der typischen „Perspektivenfotos“ machte. Ohne Guide hat man keinen Zutritt zum Salzsee. Die ganze Runde über die schimmernde weisse Kruste dauert ca. eine Stunde, wobei sich der Guide so viel Zeit nimmt wie man will. Die Salinas Grandes sind eine echte Alternative zum bekannten und sehr touristischen Salar de Uyuni in Bolivien. Man kann auch Touren zu den Salinas Grandes ab Jujuy oder Salta buchen, aber mit einem eigenen Auto und der kleinen Gebühr für den Guide fährt man im wahrsten Sinne des Wortes am besten. 

Zwischenstopp in Tilcara

Übernachtet haben wir in Tilcara, einem kleinen Ort in der Quebrada de Humahuaca mit vielen Hostels. Das Hostal los Molles war, wie soll man das beschreiben, eher eine Hippie-Kommune als ein Hostel. Neben einem Brasilianer waren wir die einzigen Nicht-Argentinier (wie eigentlich ziemlich oft in Argentinien) und ehrlich gesagt auch recht froh, am Morgen bald wieder abfahren zu können. Aprospos abfahren: Draussen auf der Strasse stellten wir fest, dass der rechte Hinterpneu unseres kleinen Chevrolet platt war. Der Chef-Hippie meinte noch, kein Problem, der sei nur platt, wir könnten ihn unten bei der Garage beim Ortseingang pumpen lassen, andernfalls würde er uns den Ersatzreifen gleich selbst drauf tun, er sei ja schliesslich Gaucho und somit sei das kein Problem. Bei der „gomeria“ (kleine Autowerk) angekommen und stellte der Herr an der Pumpe fest, dass der Pneu „pinchada“ sei, also kaputt. Wagenheber hoch, Rad weg und siehe da, ein zwei auf drei Zentimeter grosses Loch! Danke an die Autovermietung Hertz an dieser Stelle für die gute vorgängige Prüfung des Reifens. Aber der Herr verstand sein Handwerk und innerhalb von 20 Minuten hatten wir einen von innen geflickten Pneu am Auto und die Fahrt konnte weitergehen. Der ganze Spass hatte uns insgesamt etwa eine halbe Stunde und ARS 350 (also knapp CHF 10) gekostet. Im Reiseführer stand noch, es sei eigentlich unmöglich, hier eine Mietautofahrt ohne Passe zu erleben…

Wunderschöne Quebrada de Humahuaca

Wir fuhren weiter das Tal hinauf in Richtung Humahuaca, quasi dem namensgebenden Hauptorts der Quebrada (Ich glaube das heisst so viel wie „Tal“). Weniger als 200km von der bolivianischen Grenze entfernt spührt man da auf dem Markt den aus unserer Sicht typischen Einfluss der Quechua-Kultur: aus Holz Geschnitztes, viel buntes Gewobenes und eher kleingewachsene, vergleichsweise dunkelhäutige und überaus freundliche Menschen (wie man sie sich in weiten Teilen der Andenregion vorstellt). Eigentlich stellten wir uns bei Humahuaca die schönsten Stellen verschiedenfarbigen Berge vor, waren diesbezüglich aber etwas enttäuscht und fuhren daher langsam zurück Richtung Jujuy. Nach ca. 25km sahen wir ein einfach Schild am Strassenrand, wonach hier auf rund 2700 m.ü.M. auf ganz nach handwerklicher Art und Weise Wein (vino artenal) hergestellt wird. Wir hielten an, besuchten die „bodega“ und kauften schliessliche eine Flasche des angeblich preisgekrönten „vino natural“, der ohne irgendwelche Zusatzstoffe oder unnatürliche Hilfsmittel hergestellt wird. Zum Schluss fragte uns die Dame, ob wir den „Mirador de los 14 colores“ (Aussichtspunkt, wo die Berge 14 verschieden Farbausprägungen haben) gesehen hätten? Nein. Wo? Ca. 30km nordöstlich von Humahuaca. Also quasi aus der Richtung, wo wir herkamen. Aber gut, wir hatten Zeit und die Bergformation, die uns umgehauen hat, noch nicht gefunden. Nach fast 1.5 Stunden Fahrt über staubige, enge Kurven, steil hinauf auf über 4300m.ü.M. blieb uns in mehrfacher Hinsicht der Atem weg. Nicht nur war die Luft hier ober dünn, vor allem aber war der Ausblick auf die zickzackartigen Färbungen der Andenkette unglaublich schön! Von diesem Aussichtspunkt hatten wir im Reiseführer nichts gelesen, aber den sollte man auf keinen Fall verpassen!

Zurück in Jujuy erstattete uns Hertz die aufgebrachten ARS 350 zurück und das Städtchen machten einen tollen Abschluss der Tage in der Quebrada de Humahuaca her!

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