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Reisebericht Sa Pa 2014

Sa Pa

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Um 22.20 Uhr startete unser Nachtzug in Hanoi. Wir hatten zwei Betten in einer 4er Kabine reserviert und waren gespannt, wP1040679er mit uns die Kabine teilen wird. Erstaunlicherweise waren in diesem Wagen bisher lediglich einheimische Fahrgäste eingestiegen. Alle anderen Touristen waren in anderen Wagen. Als die Schaffnerin zwei junge Vietnamesinnen in unsere Kabine weisen wollte, waren diese offenbar gar nicht erfreut. Auf jeden Fall diskutierten sie lange, bis sie schlussendlich in eine andere Kabine weiterzogen. So hatten wir eine Kabine für uns alleine, was uns natürlich nicht gerade störte :). In der Nacht war es bitter kalt (wegen der Klimaanlage), sodass wir trotz dickem Kapuzenpullover und zahlreicher Decken froren. Wir fragten uns noch, ob es irgendwo auf diesem Planeten Menschen gibt, die solche Temperaturen angenehm finden und schliefen dann ein.

Um 8 Uhr erreichten wir den Endbahnhof des Zuges und waren froh, dass in unserem Ticket bereits ein Pickup Service inbegriffen war. Wie in den meisten Fällen warteten nämlich bereits zahlreiche Männer auf dem Perron, die uns eine Busfahrt aufschwatzen wollten. Nach einer einstündigen Fahrt durch die schöne Berglandschaft, erreichten wir Sa Pa, das für seine bezaubernden Reis Terrassen bekannt ist. Der Weg hierher hat uns (natürlich abgesehen von den Reisfeldern) etwas an die Fahrt von Visp nach Saas-Fee erinnert und liess ein kleines Heimweh aufflammen. Als unser Bus anhielt, waren wir so froh, wie noch nie zuvor, bereits ein Hotel zu haben. Etwa 30 Frauen in traditionellen Kleidern warteten vor dem Bus und riefen irgendwas durch die Gegend. Wir kämpften uns durch die tobende Meute, zu einem Herrn, der ein Plakat mit „Paksan“ aufhielt (für diese zwei Tage war das offenbar Pascals neuer Name 🙂 ). P1040879Jeder Tourist wurde von 3-4 Frauen umzingelt und mit Fragen bombardiert. Kaum im Hotel angelangt, holte uns unser Guide für die erste Wanderung ab, die eigentlich bereits um 9.30 Uhr starten sollte. Zusammen mit einem Deutschen und einer Italienerin in unserem Alter, mussten wir aber noch 45 Minuten auf unsere anderen „Kameraden“ warten. Irgendwann tauchte eine ca. 50 jährige Italienerin mit ihrer persönlichen Vietnamesischen Dolmetscherin auf. Ganz gelassen probierte sie noch Wanderschuhe an, die ihr die Dolmetscherin zur Verfügung stellte. Nach einem kurzen Sorry ging es dann endlich los. Nach mehreren regnerischen Tagen hatten wir offenbar Glück. Die Sonne schien und sorgte für einen wunderschönen Ausblick über das mit Reis Terrassen gezierte Tal. Wir passierten grasende Wasserbüffel, kleine Dörfer und besuchten sogar kurz einen Kindergarten. Damaris wollte fast nicht mehr weiter laufen und erfreute sich über den spannenden Einblick in ihren Beruf in einem anderen Land. Schliesslich erreichten wir ein weiteres Dorf, in dem wir die Aufführung eines traditionellen Tanzes sahen.

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Nachdem wir in einem Fluss ein äusserst erfrischendes Bad genossen, ging die Wanderung weiter. 10 Minuten danach mussten wir jedoch erneut warten. Die ältere Italienerin und ihre Dolmetscherin waren nirgends mehr zu sehen. Während wir mit dem Deutschen und der jungen Italienerin (diese vermied ein Gespräch mit ihrer mässig sympathischen Lands Genossin bisher gekonnt) warteten wir auf einer Wiese, während unser Guide zurück lief. Tatsächlich dauerte es über 30 Minuten, bis er mit den beiden Damen zurückkehrte. Der Dolmetscherin war das ganze sichtlich peinlich. Die Italienerin schien gar nicht bemerkt zu haben, dass sie ein wenig langsamer unterwegs war als wir. Vermutlich entstand die Verspätung aufgrund der anstrengenden 30 Höhenmeter, die wir auf der 10 minütigen Strecke gemeistert hatten ;). Nach einem schmackhaften Mittagessen in einem kleinen Restaurant mit toller Aussicht wurde unser fröhlicher Guide erstmals etwas genervt. Als er uns nämlich mitteilte, dass wir nun weiterwandern (bisher war es eigentlich eher ein gemütliches Laufen), packte die Italienerin tatsächlich in aller Ruhe ihr Ipad aus. Nun fasste sich auch die Dolmetscherin ein Herz und bat ihre Herrin dazu, doch bitte mit uns zu gehen. Aufgrund der zahlreichen Verspätungen, reichte es uns leider nicht mehr, das zweite Dorf zu besichtigen.

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Am nächsten Tag startete die Tour rechtzeitig um 9.30 Uhr und die charmante Italienische P1040942Dame war glücklicherweise in einer anderen Gruppe. Heute wurden wir unaufgefordert von ca. 5 Frauen in traditionellen Kleidern begleitet. Von Beginn weg war uns klar, dass sie uns früher oder später etwas verkaufen wollen. Sie waren jedoch sehr freundlich und wir führten einige nette Gespräche mit ihnen. Erneut wanderten wir durch zahlreiche kleine Dörfer und konnten einen noch prächtigeren Ausblick über die Reisfelder geniessen. Dieser wurde gegen Ende unserer Wanderung von immer dichter werdendem Nebel getrübt. Die regnerischen Tage hatten ihre Spuren hinterlassen. An einigen steilen Stellen, war der Boden sehr rutschig und sogar unsere Salomon Trecking Schuhe bewahrten uns nicht vor dem einen oder anderen „Ausrutscher“. Erstaunlicherweise konnteP1040949n unsere Begleiterinnen in ihren Flip Flops wie junge Gämsen die schwierigen Pfade hinunter steigen. Dankbar über die Hilfe dieser Damen, kauften wir uns zwei Armbänder für ein kleines Trinkgeld. Nachdem wir am Schluss der Wanderung die Wohnung einer einheimischen Familie besichtigt hatten, fing es sogar leicht zu regnen an. Zurück in Sa Pa befanden wir uns in einer richtig dicken Nebelsuppe, so dass wir nicht allzu böse waren, das wunderschöne Bergdorf bereits an diesem Abend erneut per Nachtzug in Richtung Hanoi zu verlassen.

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Hanoi

In Hanoi hatten wir uns für die kommenden zwei Tage wenig vorgenommen. Wir besichtigten nochmals die Altstadt, inklusive einer Betrachtung der Kathedrale und des Literaturtempels. Als besonderen Höhepunkt empfanden wir den Moment als Damaris auf der Strasse mitten in Hanoi die Dolmetscherin der Italienerin erkannte und grüsste. Als diese realisierte wer wir waren, freute sie sich enorm darüber, dass wir uns an sie erinnerten :).

Für den letzten Abend in Hanoi hatten wir uns mit den drei netten deutschen Frauen von unserem Hanoi-Ausflug zum Abendessen verabredet. Diese brachten weitere Freunde mit, inklusive einer in Hanoi aufgewachsenen Vietnamesin. Diese führte uns in ein richtig feines Restaurant. Die Einheimischen geniessen in der Altstadt gerne mal das günstige Fassbier „Bia Hoi“ (5‘000 Dong pro Glas, ca. 0.2 CHF) auf winzigen Plastikstühlen und Tischen. Dies machten wir nach dem Abendessen auch und es war ein interessantes Erlebnis. Danach besichtigten wir noch verschiedene Bars bis wir nach diesem tollen Abend zu später Stunde den Heimweg antraten.

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Unser letzter Tag in Hanoi verlief eher ruhig. Als Highlight liessen wir uns auf einem Cyclo, einer Art Fahrrad-Tuk-Tuk, durch die Altstadt fahren. Pascal liess es sich nicht nehmen, das Gefährt einmal selbst zu steuern. Der Fahrer fand es sehr lustig, mal in seinem eigenen Cyclo durch die Gegend kutschiert zu werden.

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