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Reisebericht Inwa und Amarapura 2014

Die Stadt Mandalay ist gross und wer sich einen oder sogar mehrere Tage etwas ausserhalb der Stadt ansehen möchte, dem bietet die Region einige Möglichkeiten. Viele Attraktionen z.B. in Inwa sind auch im Touristenpass von Mandalay enthalten. Das heisst, wer dieses Ticket an einer Sehenswürdigkeit in Mandalay (z.B. Palast) für 10 US$ kauft, kann damit insgesamt fünf Dinge anschauen. Auch die Tempel in Inwa sind da inbegriffen.

Die Anreise aus Mandalay gestaltet sich ziemlich einfach. In der 84. Strasse nicht man sich an der Kreuzung mit der 30. Ein Pickup in Richtung Süden und sagt dem Fahrer, dann man nach Inwa (Ingua) will. Dann wird man an einer Kreuzung nach ca. 30 Minuten Fahrt herausgelassen. Nicht erschrecken, man muss dann noch ein paar hundert Meter gehen und dann trifft man auf die Tourbusse. An dieser Stelle einfach ein Ticket für die Fähre über den Fluss nehmen (400 Kyat für Ausländer pro Weg). Auf der anderen Seite werden einem geschätzte hundert Kutschenfahrer ihre Dienste für eine Erkundungstour (6000 Kyat) anbieten. Die schönste Pagode (Maha Aung Mye Bonzan) ist auch in 10 Minuten zu Fuss zu erreichen.

 

Auf dem Rückweg ist es sehr empfehlenswert einen Abstecher nach Amarapura zu machen. In die Reiseführer schafft es dieser Ort in erster Linie wegen einer hölzernen U-Bein-Brücke, die aber nicht wirklich sehenswert ist. Wir hatten Glück dass wir beim heranwinken eines Pickups in Inwa einen Schülertransporter erwischten, der uns gratis mitnahm und uns bis zur Brücke fuhr. Dann bahnten wir uns den Weg durch die Essstände am Ufer bei der Brücke und wurden entzückt durch charmante Dorf Amarapura. Quasi auf dem Weg zurück zur Hauptstrasse fanden wir ein Haus, in dem in Familienarbeit Stoff gewoben wird. Voller Stolz wurden wir ins Wohnzimmer (was gleichzeitig auch das Arbeitszimmer ist) gebeten. Dort durften wir Fotos machen und schliesslich auch noch Fotos bestaunen. Und diese Fotos zeigten nicht etwas Weber oder die Webereigeschichte, sondern eine junge Frau, die mit landestypischen, fussballähnlichen, aus Holz geflochtenen Bällen jongliert. Vielleicht war es die Tochter, wir wissen es nicht. Auf jeden Fall wurden wir schliesslich auch noch eingeladen, einen Film über besagte junge Frau zu schauen. Als wäre dies nicht schon liebenswert genug gab uns die Familie am Schluss sogar eine selbst gebrannte DVD dieses Videos mit. Ein schönes Erlebnis.

Damit aber noch nicht genug positiven Erlebnissen aus Amarapura. Es fiel uns auf, dass in einigen Gärten und Innenhöfen weisse und bunte Fäden hingen. Nach näherem Betrachten wurde uns klar, das ist das Material, aus dem die Weberfamilien die wunderschönen Stoffe fertigen. Als wir dann etwas Hunger verspürten, setzten wir uns bei einer Garküche hin und bestellten (wie immer) Reis, Gemüse und Sauce. Tee ist so oder so immer dabei. Zudem bekamen wir von dieser Dame noch eine Flasche wasser. Und das alles zum Rekordpreis von 20 Rappen (0,15 €). Wahnsinn. Die Rückfahrt nach Mandalay erledigten wir wie alte Hasen und absolute Myanmar-Profis. Pickup heranwinken, einsteigen, abgezählten Betrag überreichen, an unserer Strassenecke in Madalay wieder aussteigen. So einfach geht das.

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