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Reisebericht Mekong Delta 2014

Mekong Delta

Um 8.00 Uhr startete unser Reise Car Richtung „Mekong Delta“. Wir freuten uns auf diesen Trip, besonders gespannt waren wir auf das Homestay und den Floating Market. Wie es der Zufall will, hatten wir denselben Guide, wie am Vortag bei den Cu Chi Tunnels. Nach 2 Stunden Busfahrt legten wir bei einem Tempel einen Stopp ein. Speziell an diesem heiligen Ort ist, dass es nicht bloss einen, sondern 3 riesige Buddhas gab (stehender, liegender und sitzender Buddha). Nach einer halbstündigen Besichtigung ging die Busfahrt weiter. Die Zeit verbrachten wir mit einem netten Taiwanesischen Paar. Seit 40 Jahren leben sie schon in den USA und es war interessant, wie stark man bemerkP1060222t, dass ihr Denken und Handeln nun Amerikanisch war. Am Mekong angelangt stiegen wir in ein Boot. Damit unternahmen wir eine Fahrt zu einer Fruchtplantage, die auf einer Insel lag und somit nur per Schiff erreichbar ist. Dort bekamen wir unser Mittagessen serviert, das im Tourpreis inbegriffen war und alles andere als schmackhaft war. Das 5- Lieber grosse Stück Fleisch, war von Knochen umgeben und Faserig, sodass vielleicht die Hälfte essbar war. Immerhin war die Umgebung sehr schön, insbesondere die zahlreichen Pomelo Bäume.

Passend zum Nachtisch, besuchten wir nach dem Mittagessen eine Kokosnussplantage, die wiederum nur mit dem Boot erreichbar war. Schon an der Anlagestelle stieg ein feiner, süsser Kokosnussduft in unsere Nasen. Dort wurden aus den Kokosnüssen nämlich Süssigkeiten hergestellt. Dabei wird die Nuss zuerst geschält, geraffelt und aus diesem geraffelten Kokosnussfleisch wird die Milch gepresst. Diese wiederum wird über dem Feuer zu einer Art Karamell gekocht. Dem werden P1060247verschiedene Geschmacksrichtungen (Kaffee, Früchte z.B. Durian, Ananas etc. beigegeben). Ist die Masse zähflüssig und kleberig genug, werden lange Wülste gebildet und zu kleinen Vierecken verarbeitet. Diese schmecken äusserst gut und beinhalten keinen zusätzlichen Zucker (lediglich der Fruchtzucker). Zum Schluss der Besichtigung hat man Zeit, verschiedene Geschmacksrichtungen zu probieren und zu kaufen. Unter anderem werden noch weitere Produkte aus Kokusnuss verkauft (Crèmen, Lippenpommaden und weitere Süssigkeiten). Von dort aus stiegen wir in ein kleines Ruderboot, welches 4 Personen fasste, die hintereinander sitzen mussten. Der kleine Nebenkanal führte durch eine dicht bewachsene, grüne Palmenumgebung. Während die Bootsführerin uns zu einer Honigfarm ruderte, genossen wir die Stille und liessen die schöne Umgebung auf uns wirken.

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Auf der Honigfarm wurden wir mit einem süssen aber feinen Honig Tee begrüsst (dieser bestand ausschliesslich aus etwas zu viel Honig und heissem Wasser :). Weil wir erst so wenig gegessen hatten und alle am Verhungern waren ;), gab es noch eine Platte mit aufgeschnittenen, exotischen Früchten. Dazu lauschten wir dem speziellen vietnamesischen live Gesang zur Musik einer 5 köpfigen Band mit traditionellen Instrumenten.

Nach einem langen Tag mit vielen neu gewonnen Eindrücken brachte der Busfahrer unsere Reisegruppe um 17 Uhr zu ihrem Übernachtungsort. Manche schliefen in einem Hotel und eine kleine Gruppe in einem Homestay.

Homestay

Zu unserer Überraschung konnten wir in einem einfach eingerichteten Bungalow, direkt an einem Nebenfluss des Mekongs schlafen. Sogar über einen Balkon verfügte es, von welchem aus man auf den stillen Fluss blickte. Nachdem wir es bezogen hatten trafen wir uns alle (insgesamt waren es rund 15 Personen, welche jedoch nicht alle auf unserer Tour mit dabei waren). Zusammen mit deP1060359r Frau des Gastgebers bereiteten wir Frühlingsrollen zu und kochten sie anschliessend. Danach konnten wir uns an die Tische setzen und es wurden zahlreiche Teller mit verschiedenen Gerichten aufgetischt die untereinander geteilt wurden. Das Essen, schmeckte uns sehr gut. Ausserdem hatten wir viel Spass mit den anderen Gästen. Wir fanden es jedoch sehr schade, dass sich die Familie nicht zu uns an die Tische setzte, um mit uns zu sprechen. Gerne hätten wir mehr über ihre Kultur, Familie und das Zusammenleben erfahren. Schlussendlich fühlten wir uns eher wie in einem normalen familiengeführten Hotel. Es war nicht das, was wir uns unter einem Homestay vorgestellt hatten, das familiäre warme Klima fehlte.

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Nach dem Essen gab es den ziemlich einzigen Kontakt zum Vater der Familie. Er sprach ein gutes Englisch und zeigte uns in einer kleinen Showeinlage, wie die Vietnamesen das braune Wasser aus dem Mekong klar bekommen, um z.B. zu Kochen oder Kleidung zu waschen. In ein Becken gefüllt mit dem braunen Mekongwasser tauchte er einen Alaun Stein. Eine Touristin wurde gebeten, während 5 Minuten damit im Wasser zu rühren. Nach kurzem Warten setzte sich der Dreck am Boden des Beckens ab und übrig blieb ziemlich klares Wasser. Nach diesem „Zaubertrick“ erklärte er uns, dass es reicht, den „Zauberstein“ nur wenige Sekunden ins Wasser zu tauchen. Taucht man ihn zu lange ins Wasser, wird es sauer und kann nicht mehr zum Kochen verwendet werden.

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Zur Verdauung schenkte er uns allen noch einen selbstgebrauten Reisschnaps ein. Dieser befand sich in einem kleinen zugeknoteten Plastiksack. Wir waren fasziniert wie er ihn dann einschenkte: P1060375Diagonal durch den Sack in eine Ecke rammte er ein Chinesisches Essstäbchen. Indem er es fein aus der Ecke hinauszog, füllte er durch das entstandene Loch den Schnaps ins Glas. Schiebt man das Stäbchen zurück ins Loch, kann man diese Konstruktion problemlos auf dem Tisch liegen lassen, ohne dass etwas ausläuft :). Nach diesen beiden tollen Vorführungen widmete er sich einem Computergame und schenke uns keine Beachtung mehr. Zusammen mit den netten Leuten verbrachten wir noch einen tollen Abend.

 

Nach einer kurzen aber erholsamen Nacht standen wir am nächsten Morgen bereits um 5.30 Uhr auf. Denn um 6.00 Uhr war ein Spaziergang durch das kleine Dorf geplant. Dabei begleitete uns der ca. 16 jähriger Sohn der Familie. Am Flussufer mitten zwischen den Häusern machte er einen Stopp und wir stiegen in ein kleines Ruderboot. Mit dieser romantischen Fähre gelangten wir ans andere Flussufer und genossen während der kurzen Fahrt den Sonnenaufgang. Am anderen Flussufer erwartete uns ein ganz kleiner Markt mit frischen Früchten, Gemüse, Eiern aber auch Fleisch. Sogar ganze Gänse und Enten wurden verkauft. Und zwar wurden diese lebend mit gefesselten Füssen auf dem Boden platziert. Einige waren bereits mitnahmebereit in Plastiksäcke verstaut. Der Besuch dieses kleinen authentischen Marktes war eine schöne und bestimmt einmalige Erfahrung.

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Nach dem Frühstück fuhr uns derselbe Knabe, der auch mit uns den Spaziergang gemacht hatte, mit einem kleinen Motorboot zum Beginn des Floating Markets. Dort warteten wir auf den Rest der Reisegruppe, um in ein grösseres Boot umzusteigen. Während dem Warten ging es nicht lange und ein kleines Boot, hielt neben unserem an und verkaufte uns Getränke, frisches Kokosnusswasser und leckeren frischen Kaffee.P1060507

Der Floating Market war ein tolles Erlebnis. Unser Schiff fuhr durch zahlreiche extrem beladene Schiffe, auf denen vorwiegend Früchte und Gemüse verkauft wurden. Immer wieder dockten auch kleinere Schiffe an unserem an und verkauften uns Getränke oder auch frisch aufgeschnittene Früchte etc. Das Treiben auf den Markt war eindrücklich, wir hatten ihn uns jedoch grösser und irgendwie spezieller vorgestellt.

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Später besichtigten wir noch eine Reisnudelfabrik. Dort gab es ein Paar einfache Maschinen z.B. um die Reiskörner zu schälen und sie zu mahlen. Daraus wurde eine Art Reis Crêpes, von Hand hergestellt und anschliessend lange in der Sonne getrocknet. Sind diese hart genug, werden sie durch eine Maschine geführt, an deren Ende die fertig zugeschnittenen Nudeln verkaufsfertig verpackt werden.

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Anschliessend besuchten wir noch eine Fruchtplantage, wobei jedoch leider nichts über die Plantagen selbst erklärt wurden. Natürlich konnte man auch eine Fruchtplatte mit exotischen Früchten kaufen. Ganz mutige Personen, kosteten noch Schlangen- Ratten oder auch Froschfleisch P1060603(für Solche Experimente war es uns aber eindeutig noch zu früh 😉 ). Wer wollte, konnte noch eine 45 Minütige Velotour machen. Das passte uns dann doch schon etwas besser und so radelten wir durch eine schöne Gegend. Bei einem Tempel, zeigte uns der Guide einen riesigen uralten Baum mit unzähligen Wurzeln. Bereits vor dem Vietnamkrieg gab es hier einen Tempel und diesen Baum. Während der Tempel zerstört wurde, blieb der Baum unversehrt.

Alles in allem hat uns die Tour sehr gut gefallen. In diesen 2 Tagen haben wir viele schöne Dinge erlebt und viele verschiedene Ecken des Mekong Deltas kennen gelernt. Gerade wenn man nicht sehr viel Zeit hat, um diese Gegend auf eigene Faust zu erkunden, ist eine solche Tour ideal und auch preiswert. Um noch mehr von dem Leben im Mekong Delta mitzubekommen, können wir eine Übernachtung im Homestay empfehlen, auch wenn wir von der Familie selbst nicht allzu viel erfahren hatten. Aber insgesamt war der Aufenthalt dort sehr schön und einzigartig. Ausserdem konnten wir den Markt am Morgen besuchen, während die Personen in den verschiedenen Hotels bereits von einem Bus abgeholt wurden :).

Im Gegensatz zu den anderen Tour Teilnehmern kehrten wir an diesem Abend nicht nach Ho Chi Minh zurück. Wir hatten eine 4 stündige Fahrt Richtung Süden nach Rach Gia vor uns. Dort verbrachten wir eine Nacht, um am nächsten Tag mit dem Boot zur Insel „Phu Quoc“ zu fahren. Unsere Erwartungen an diese Insel waren sehr hoch. Denn sie soll ähnlich wie Koh Samui sein, als erst wenige Touristen dort waren.

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