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Reisebericht Bromo Ijen Vulkantour nach Bali 2014

Bromo und Ijen Vulkantour nach Bali

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Ein beliebtes Besucherziel auf Java sind die zahlreichen schönen Vulkane. Bevor wir uns also auf die Insel Bali machten, wollten wir es nicht versäumen, zwei davon zu erklimmen und die schöne Aussicht zu geniessen. Die grösste Neugier weckten in uns der berühmte Vulkan Bromo und das Ijen Plateau. Während der Bromo insbesondere wegen dem spektakulären Sonnenaufgang schon lange auf der Liste der meisten Java Reisenden steht, wird auch der Ijen zunehmend populär. Seit einer National Geographic Dokumentation über die Arbeiter, welche dort unter unvorstellbaren Bedingungen Schwefel abbauen, sind die Besucherzahlen stetig angestiegen. Die meisten Leute buchen eine komplette Tour von Yogyakarta nach Bali, die mit der Besichtigung des Bromos 2 Tage und mit dem Besuch vom Bromo und Ijen 3 Tage dauert. Wir wollten zunächst auf eigene Faust losziehen, buchten schlussendlich dann doch die Tour. Mit zwei anderen Gästen unserer Unterkunft hatten wir versucht, eine Unterkunft bei den beiden Vulkanen zu finden. Wir konnten jedoch weder im Internet noch per Telefon bei den Hotels ein Zimmer reservieren. Die Angestellte unseres Hostels klärte uns auf, dass die meisten Zimmer für Geste der Pauschaltouren vorreserviert sind. Wer also diese beide Vulkane unabhängig besuchen möchte, sollte sich rechtzeitig informieren oder auf sein Glück bei der Ankunft vertrauen ;). So buchten wir schlussendlich doch eine Tour zum Bromo und Ijen nach Bali.

Während der 12 stündigen Busfahrt nach Cemoro Lawang lernten wir Sophie kennen. Mit der jungen Engländerin, die seit fast vier Jahren in Singapur als Lehrerin arbeitet, verstanden wir uns super. Auch wenn die Busfahrt dank spannender Gespräche wie im Flug verging, waren wir froh, als wir kurz nach 21 Uhr ziemlich erschöpft ankamen. Da wir uns nun doch einige Meter über dem Meeresspiegel befanden, begrüsste uns eine Kälte, die wir uns nach dem gut 3 Monatigen Reisen nicht mehr gewohnt waren. Die 5-10 ° C. brachte uns tatsächlich so zum Frieren, dass wir auf die wärmende Zwiebelschichttechnik zurückgriffen. Schliesslich waren unsere wärmsten Kleider ein Kapuzenpullover und eine dünne Regenjacke. Einheimische stürmten zu unserm Bus und versuchten Handschuhe, Schals und Winterkappen zu verkauften, da es am nächsten Morgen während dem beliebten Sonnenaufgang gerade mal 4°C haben wird. Dafür extra etwas davon zu kaufen ging und dann jedoch als gebürtige Schweizer doch zu weit :). Da unsere ganze Reisegruppe hungrig war, wurden wir von unserem Busfahrer in einen kleinen Laden geführt und von einem süssen alten Ehepaar (ca.75 Jährig) herzlich begrüsst. Auf den ersten Blick schien es nur ein winziger Einkaufsladen zu sein. Jedoch war auf einer Tafel an der Wand eine kleine Auswahl an einheimischen Gerichte aufgelistet. Die meisten entschlossen sich für Mie – oder Nasi Goreng. Die Frau machte sich an die Arbeit und kochte für alle, während der Mann servierte. Es schmeckte vorzüglich und war bisher das Beste, was wir auf Java gegessen hatten. Es befand sich ausserdem noch ein Indonesier im Raum, welcher hier ebenfalls Urlaub machte. Offensichtlich überforderte ihn die Kälte noch mehr als uns. Denn samt Mütze, Schal und Handschuhe hat er sich einen Platz am Feuer (Alufass mit glühender Holkohle mitten im Laden) erobert, um sich zu wärmen. Dabei sprach er immer wieder Interessiert  mit uns. In Pascal sah er eine Ähnlichkeit zu Prinz William und Damaris wurde dann automatisch zu Prinzessin Kate ernannt 🙂

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Nach einer kurzen Nacht war am darauffolgenden Morgen bereits um 3.30 Uhr aufstehen angesagt um den Sonnenaufgang zu betrachten. In einem Jeep, beladen mit 6 Touristen (darunter auch 2 Zürcherinnen) wurden wir zu einem Viewpoint gebracht. Von dort aus sieht man den berühmten Sonnenaufgang über dem Vulkan. Wie man auf dem untenstehenden Bild und der Anzahl Jeeps (Was nur ein kleiner Abschnitt der vollgestellten Strasse zeigt), waren wir nicht die einzigen Touristen an diesem Ort ;). Ähnlich wie bei einer Völkerwanderung spazierten wir mit vielen Leuten auf den Gipfel des Viewpoints. Dort befand sich bereits eine viel grössere Horde Leute, im Vergleich zur Hauptsaison soll diese anscheinend noch klein sei. Damit auch Damaris über die vielen Touristen bis zur Sonne und der schönen Landschaft blicken konnte, kletterte sie auf einen Mülleimer. Dies ermöglichte ihr die Aufnahme von tollen Fotos. Sogar einige mutige Touristen baten sie darum, von diesem tollen Standplatz aus ein Bild mit ihrer Kamera zu schiessen. Über dem Tal hing eine Wolkendecke, über die wir hinwegblickten. Die Wolken verdeckten leider den Blick auf das Tal. Dennoch war die Aussicht umwerfend.

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Um 6.20 Uhr nach dem Sonnenaufgang ging es mit demselben Jeep zum Vulkan „Bromo“. Er steht mitten in einer schwarzen hügeligen Gesteinswüste, die wir vom Aussichtspunkt gesehen hatten. P1110042Diese wiederum ist von Vulkanen und Bergen umgeben, welche teilweise mit saftig grünen Pflanzen bewachsen sind. Die Sandwüste bis zum Kraterrand des Bromos kann man entweder zu Fuss oder auf einem Pferd durchqueren. Wir entschieden uns für die zweibeinige Variante. Wer sich fürs Pferd entscheidet, soll unbedingt aus dem Jeep aussteigen und selbst mit einem Reiter verhandeln. Bei ihnen sind die Preise viel günstiger als die Angebote der Jeepfahrer. Eine endlos lange Treppe führte zum Krater des Vulkanes, bei der uns endlich wieder warm wurde ;). Die kurze Anstrengung zahlt sich jedoch aus, denn vom Kraterrand aus ist der Ausblick auf die Landschaft schlichtweg atemberaubend. Die Ebene zum Fuss des Bromos wirkt wie eine Mondlandschaft und im Kraterinneren sieht man den dampfenden Schlund.

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Nach diesen vielen schönen Eindrücken und einem Frühstück im Hotel ging es um 10 Uhr Auf die Weiterreise zum Ijen- Plateau. Bereits nach 1h Fahrzeit wurde ein Zwischenstopp eingelegt, um in einen anderen Bus umzusteigen. Da dieser jedoch eine 1.5 Stündige Verspätung ankam, verzögerte sich die Weiterfahrt. Somit erreichten wir unsere Unterkunft für die zweite Nacht wiederum bei Dunkelheit um 19 Uhr, jedoch bei einiges weniger kalten Temperaturen wie am Abend zuvor. Zum Abendessen setze sich erneut die ganze Reisegruppe zusammen und wir hatten viel Spass. Da es beim Ijen in der Dunkelheit das sogenannte „Bluefire“ zu sehen gibt und wir dieses unbedingt sehen wollten, mussten wir am nächsten „Morgen“ bereits um 1 Uhr aufstehen. Wir waren über die immerhin 3 Stunden Schlaf froh.

Die Begrüssung durch starken Regen in Kombination mit den Gedanken an den bevorstehenden 1.5 stündigen Vulkanaufstieg und einen darauf folgenden 30 minütigen Abstieg in dessen Krater sorgte nicht wirklich für Vorfreude. Während der einstündigen Fahrt zum Kraterfuss verbesserte sich das Wetter immerhin zu einem sanften Nieseln. Der Vulkanaufstieg war hart aber super spannend. Im blossen Schein des Lichtes unserer Taschenlampe, versuchten wir einen ersten Eindruck vom Vulkan zu kriegen. Die vielen verbrannten Baumstümpfe und die Friedhof ähnliche Stimmung sorgten für ein gespanntes, leicht mulmiges Gefühl. Obwohl der Nieselregen mittlerweile aufgehört hatte, waren wir um unsere Regenjacke froh. Denn kurz vor dem Abstieg in den Krater wehte ein kräftiger Wind. Bevor wir mit dem Abstieg begannen, verteilten unsere beiden Guides Atemschutzmasken mit Filtern. Da leider nicht genügend vorhanden waren, hiess es Ladies first und Pascal ging somit leer aus. Da er sein Atemschutzgerät von der Feuerwehr auch nicht dabei hatte, musste eine ChirurgenmaskP1110131e und ein Schal darüber ausreichen (Das ganze hilft etwas besser, wenn man die Maske mit Wasser befeuchtet). Das Wort „Abstieg“ ist übrigens passend gewählt, denn der schmale Weg nach unten ist holprig und teilweise recht steil. An dieser Stelle hätten wir den Nieselregen willkommen geheissen, denn je nach Windrichtung erreichte uns ein beissender Schwefelgestank. Wer eine Maske mit Filter hatte, spürte ein sehr unangenehmes brennen in den Augen. In diesen Momenten stiess die Masken-Schal-Konstruktion der unglücklichen ohne professionelle Maske an ihre Grenzen. Teilweise war der Qualm so dicht, dass man sich kurz abwenden und in die Hocke begeben musste.

Nach ca. 20 Minuten Abstieg sahen wir zum ersten Mal das Bluefire. Durch den Schwefelqualm hindurch flackerte ein starkes blaues Licht. Da es bereits langsam hell wurde, konnten wir dieses Spektakel nur während einigen Minuten in vollen Zügen geniessen. Dennoch war es das frühe Aufstehen wert.

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Mit der aufgehenden Sonne konnten wir immer mehr der Kraterlandschaft erkennen. Der dicke Schwefelqualm verdeckte jedoch den grössten Teil der Umgebung, sodass wir weiterhin voller Spannung tiefer in den Krater stiegen. Mittlerweile begegneten wir immer mehr Arbeitern, welche im Krater Schwefel abbauen. In zwei grossen Körben, die an beiden Enden einer Holzstange befestigt waren, trugen sie dutzende Kilos der gelben Platten aus dem Vulkan. Einige Minuten später erreichten wir den Kraterboden und hatten endlich freie Sicht auf den Kratersee und den Abbaubereich. In unserem Reiseführer wurde dieser Ort treffend als mittelalterliche Vision der Hölle bezeichnet. Die folgenden Bilder geben einen passenden Eindruck:

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Der flüssige Schwefel wir gesammelt und nach dem Trocknen abgebaut. Da der Qualm aufsteigt, ist das Abbauen dort unten etwas weniger mühselig. Mit Hacken wird der Schwefel in Platten geschlagen und von den Arbeitern später abtransportiert.IMG_146195061341804 1-3 solcher Ladungen trägt jeder Arbeiter pro Tag aus dem Vulkan. Das Gewicht der unkomfortablen Last variiert dabei zwischen 60 und 100 Kilos. Die über 200 Arbeiter fördern hier täglich mehr als 14 Tonnen Schwefel. Ihre Atemwege schützen die meisten mit einem dreckigen Lappen oder einem dünnen Schal, viele verzichten ganz auf einen Schutz. Trotz oder gerade wegen dieser harten Arbeitsbedingungen wirken sie sehr fit. Mit der schweren Last auf den Schultern und in einfachem Schuhwerk sind sie flinker als die meisten von uns. Jedoch haben viele von ihnen einen wüsten Husten.

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Wir hatten noch etwas Zeit, um die eindrückliche Landschaft zu erkunden bevor der Aufstieg aus dem Krater bevorstand. Dank des Tageslichts und dem günstigen Wind konnten wir einige tolle Aussichten nach unten geniessen. Mittlerweile waren viele Arbeiter mit ihren Körben unterwegs, die auf den schmalen Wegen an uns vorbei huschten. Sie waren sehr freundlich und erstaunlicherweise keineswegs genervt, dass wir ihren Weg erschwerten. Einige von ihnen P1110235verkauften kleine schöne Skulpturen aus Schwefel. Pascal wurde später aufgefordert, sich an einer der Traggestelle zu versuchen. Die fast 100 Kilo fühlten sich durch den dünnen Tragbalken unglaublich schwer an. Der fröhliche Gesichtsausdruck täuscht! Er war froh, das Gestell nach wenigen Sekunden wider abstellen und dieses nicht ins Tal schleppen zu müssen. Der Arbeiter zeigte uns noch, was die verhältnismässig gut bezahlte Arbeit anrichtet: Unter dem Shirt ist die Haut mit riesigen Narben gezeichnet. Immerhin verdienen die Arbeiter ungefähr 13$ pro Tag, was in Indonesien ein anständiges Gehalt ist. Nach den unglaublichen Eindrücken genossen wir den Rückweg im Tageslicht. Die Umgebung war wunderschön. Die verbrannten Bäume stammen übrigens von einem Buschbrand, der vermutlich durch eine weggeworfene Zigarette und nicht durch den Vulkan ausgelöst wurde ;).

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Nach einem kurzen Frühstück fuhren wir zum Fährhafen, von wo aus wir nach Bali übersetzten. Zusammen mit Sophie und drei Franzosen Marie, Iris und Guillom,  trennten wir uns vom Rest der Gruppe und kauften unsere eigenen Fährtickets (6000 Rupiah, ca. 0.50 CHF). Im Gegensatz zu den meisten anderen, wollten wir uns zunächst den Norden Balis ansehen und nicht direkt nach Kuta fahren. Die Fahrt mit der Fähre dauerte fast eine Stunde, obwohl die Distanz kaum mehr als 2 Kilometer war. Wir nutzten die rasante Fahrt um uns ausgiebig von Sophie zu verabschieden, die nach Seminyak weiterreiste. Wir versprachen ihr, sie bald in Singapur zu besuchen 🙂

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