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Bromo Vulkan auf Java: unsere Tipps

Anreise über Surabaya

Die Busse von Denpasar (Bali) nach Surabaya (Java) fahren meist über Nacht und dauern rund 11 Stunden (inklusive Fähre von Gilimanuk in Bali nach Ketapang in Java). Wer ganz im Osten von Java mit der Erkundungstour beginnen möchte, zum Beispiel in Banyuwangi, um das Ijen-Plateau zu besuchen, reist am besten mit dem Bus. Da die Flugpreise zwischen Bali und Java aber im tiefen zweistelligen Bereich liegen, ist ein Flug nach Surabaya oder Yogjakarta viel schneller und zum Teil sogar billiger.

Die Fahrt vom Flughafen Surabaya zum Bahnhof Gubeng kostet etwa 80.000 Rp, zum Busbahnhof eta 30.000 Rp. Am besten bestellt man seinen Fahrer über die App GOJEK. Das My Stop Hotel (Kapselhotel für etwa CHF 6.- pro Nacht pro Person) direkt beim Gubeng Bahnhof eigent sich, wenn man direkt per Zug weiterreist. Züge suchen und buchen kann man direkt auf tiket.com oder der gleichnamigen App.

Bus oder Zug für die Anreise zum Bromo

Den Vulkan Bormo erreicht man am besten via Probolinggo. Die Stadt ist rund 2 Stunden von Surabaya entfernt und per Bus (billiger) oder Bahn (etwas komfortabler) erreichbar. Der Busbahnhof Surabaya (genannt Purabaya) ist vom Bahnhof per GOJEK in rund 15 Minuten erreichbar (ca. 50.000 Rp). Tickets soll und kann man nicht vor der Fahrt, sondern erst im Bus kaufen. Offenbar gibt es viele nicht-offizielle Ticketverkäufer (in umgekehrter Richtung auch in Probolinggo) und die verkaufen einem überteuerte, nicht gültige Tickets. Von allen dem haben wir aber nichts mitbekommen, sind in den Bus eingestiegen (Kosten: 20.000 Rp = CHF 1.45) und haben auch direkt im Bus bezahlt. Auch der Busbahnhof von Probolinggo geniessst einen schlechten Ruf. Aber, an alle Reiseblogger, die vom „schlimmsten Busbahnhof der Welt“ und so weiter berichten: das ist ein ganz normaler, ruhiger, asiatischer Busbahnhof. Klar, man lässt seine Sachen nicht unbeaufsichtigt liegen und es gibt bestimmt auch hier Leute, die einem teurere Tickets verkaufen wollen, aber: die meisten Langstreckenbusse halten auf der Strasse vor dem Busbahnhof, sodass man eigentlich gar nichts damit zu tun hat. Wer per Bahn ankommt, nimmt einen der bereitstehenden gelben Minibusse, die zwischen Bus- und Zugstation pendeln (Kosten: 5.000 Rp). Das Umsteigen in den kleinen Bus nach Cemoro Lawang, von wo man den Vulkan sieht resp. ihn besichtigt, ist zwar eine Feilscherei, aber auch hier keine Spur von „gefährlich“. Da viele Leute den Vulkan mit einer gebuchten Tour besuchen, kommen nicht so viele Leute am Busbahnhof Probolinggo vorbei, sodass wir uns ein paar Stunden verweilen mussten. Der offizielle Preis pro Person beträgt 35.000 Rp, sofern der Bus voll ist (Gesamtpreis 525.000 Rp). Bei weniger als 15 Personen ist der Preis Verhandlungssache. Einigen Reisenden ist es gelungen, den Preis für beispielsweise 4 Fahrgäste auf insgesamt 300.000 Rp herunter zu handeln. Wer das nicht will, hat auch die Möglichkeit ein Mototaxi (Ojek) für 75.000 Rp pro Person zu nehmen. Die Fahrt nach Cemoro Lawang dauert etwa 1.5 Stunden und ist steil und kurvig.

Kurz vor der Einfahrt ins Dorf gelangt man an einen Kontrollposten, wo man den Eintritt ins Dorf bezahlen muss (mit etwas Humor kann man das als Tourismusabgabe verstehen). Aber: das Stückchen Papier kostet offiziell 10.000 Rp. Verlangt wurde von uns aber 20.000 Rp pro Person. Mit einem Stempel war der Betrag auf das „Ticket“ gedruckt und der Typ da meinte, das sei der offizielle Preis. Ist es nicht! Nach hartnäckigen Verhandeln kam er dann plötzlich mit den 10.000er-Tickets hervor. Da war der Preis gedruckt, nicht gestempelt. Auch die Busfahrer bestätigen, dass 20.000 Rp der richtige Preis sei und drohen, man müsse (zu einem überissenen Preis natürlich) zurück nach Probolinggo fahren, wenn man nicht bezahlt. Bei der Rückfahrt erzählten uns Leute im Bus, ihr Fahrer hätte für das Ticket 100.000 Rp eingesackt… Also: hartnäckig bleiben.

Bromo-Dorf (Cemoro Lawang)

Cemoro Lawang liegt schön, direkt am Rand des grossen Kraters des Bromo-Tengger-Semeru Nationalparks. Es gibt es einige Gasthäuser (Homestay) und abends, wie überall, Essstände am Strassenrand. Wir haben im Dedy Homestay übernachtet und waren zufrieden. 

Möglichkeiten, den Bromo zu besichtigen

Zugegeben, trotz vielen Blogs zum Besuch des Bromos, war mir auch nach unserer Ankunft nicht ganz klar, wie wo was. Ausgangspunkt ist das Dorf Cemoro Lawang. Von da aus hat man im Prinzip zwei Möglichkeiten: den Bormo (und den Semeru im Hintergrund) von einem nahegelegenen Hügel zu beobachten oder auf den Krater des Mount Bromo zu steigen und den Berg von nahem bestaunen. Typischerweise macht man das nacheinander. Zuerst den Sonnenaufgang vom Aussichtspunkt aus ansehen, dann zurück ins Dorf und rüber zum Bromo selbst.

Sonnenaufgang am Bromo

Wir haben Leute getroffen, die uns am Tag der Anreise nach Cemoro Lawang sagten, sie würden noch heute zum Bromo gehen, da man ja den Sonnenaufgang sehen will. Auch auf Blogs ist zu lesen, dass man um 01:30 Uhr aufbrechen muss. Das ist Unsinn. Es gibt rund ein halbes Dutzend Aussichtsplattformen nordöstlich des Dorfes gelegen, von wo man den Sonnenaufgang und danach die bekannte Aussicht über die Mondlandschaft der Vulkane hat. In unserem Fall war der Sonnenaufgang nicht wirklich sehenswert, da es sehr bewölkt war. Dennoch waren wir früh unterwegs. Wie früh, muss jede/r selbst entscheiden. Es kommt darauf an, wie hoch oben (und wie weit vorne in den Menschenmassen) man stehen/sitzen will. Auf Youtube sind Videos zu sehen, in denen Leute mitten in der Nacht durch das Dickicht des Mount Penanjakan (allerhöchster Aussichtspunkt) wandern, um möglichst hoch oben (und alleine) zu sein. Aus unserer Sicht ist das nicht nötig. Es gibt den Sunrise Viewpoint 1, den King Kong Hill und den Sunrise Viewpoint 2. Der Sunrise Viewpoint 1 liegt am höchsten, ist dementsprechend auch am weitesten vom Dorf entfernt. Dahin zu wandern dauert 3 bis 3.5 Stunden. Zum King Kong Hill dauert es ungefähr 2 Stunden, zum Viewpoint 2 etwa 1.5 Stunden zu Fuss. Alternativ kann man sich von einem Motorradfahrer bis zum Car Park fahren lassen (ca. 20-30 Gehminuten unterhalb des Viewpoint 2, Kosten je nach Verhandlungsgeschickt 75.000 Rp bis 150.000 Rp pro Motorrad). Auch vom Viewpoint 2 hat man eine absolut einwandfreie Aussicht. Zwischen 06:00 und 07:00 Uhr dort zu sein reicht absolut aus. Der Sonnenaufgang ist so oder so nicht direkt über den Vulkanen, die Aussichtsplattformen sind ab 06:00 Uhr wieder praktisch leer und vor allem das Licht, um gute Fotos zu machen, wird erst ab 07:00 Uhr gut. Also gönnt euch den Schlaf und stresst nicht mitten in der Nacht irgendwo hin… Und, verlasst das Dorf über den Weg am Kiosk vorbei und nicht über die Strasse am Santoso Cemara Homestay. Denn so kommt man umsonst zu den Aussichtsplattformen. Wer über die Strasse geht/fährt, zahlt den Eintrittspreis von 220.000 oder 315.000 Rp (je nach Wochentag, Wochenende mehr).

Auf dem Kraterrand des Bromo

Der zeite Teil der organisierten Touren zum Bromo beinhalten auch den Aufstieg zum höchsten Punkt des Bromo selbst. Das kann man natürlich auch auf eigene Faust machen. Hat man ihn am Morgen früh aus der Ferne gesehen, ist es jetzt Zeit, ihn zu hören, riechen und fühlen. Dafür kehrt man ins Dorf Cemoro Lawang zurück und nimmt den etwas versteckten Schleichweg am Cemara Indah Restaurant (neben Sudi Cemara Homestay) vorbei, steil hinunter in die Ebene. In rund 1 bis 1.5 Stunden hat man den Abstieg in die Ebene, den Marsch hinüber zum Bromo und den Aufstieg zum Krater geschafft. Achtung: dieser Schleichweg ist bei den lokalen Behörden als „illegal entrance“ bekannt, denn man umgeht hiermit wiederum den offiziellen Eingang zum Park, der beim Cafe Lava liegt (Eintrittspreise resp. Gültigkeit des Tickets sind dieselben). Wer die Ebene zum Bromo in der Dunkelheit oder der Dämmerung durchquert, sollte keine Schwieirgkeiten haben. Wer jedoch bei Tageslicht rüber geht, läuft Gefahr, von Park Rangern aufgehalten und nach dem Eintrittsticket gefragt zu werden. Wer dann keines vorweisen kann, muss zurückgehen. Am besten geht man nach dem Abstieg in die Ebene am Waldrand vorbei zur grossen Strasse (Staubpiste) und folgt dieser (wie alle Autos auch). Man geht am Parkplatz und am Kloster vorbei, bevor man die steilen Stufen zum Kraterrand hoch geht. Von oben hat man – je nach Aktivitätsgrad des Vulkans –  einen schönen Blick bis ganz in den Schlund des Berges. Oder aber der Bromo ist aufgrund zu hoher Aktivität gesperrt. Achtung: auch dann verlangen die Park Ranger noch den vollen Eintrittspreis, obwohl man nichts davon hat. Aber bei guten Bedingungen ist es möglich, den Krater ganz zu umrunden. Ausserdem gibt es auch da einen Sunrise Viewpoint, allerdings geht da die Sonne hinter einem auf… 

Fazit: der Vulkan ist wunderschön, dafür muss man aber nicht mitten in der Nacht aufstehen und, wenn Indonesier auf Touristen treffen, werden sie ausgesprochen erfinderisch, was die Preisgestaltung anbelangt. Das ist leider an vielen Orten mittlerweile so und natürlich nicht sehr sympathisch. Wer sich nicht genau informiert, was wieviel kostet wird – auf Deutsch gesagt – verarscht. Und zwar überall!

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