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Reisebericht Kunming 2015

Kunming ist die Hauptstadt der Provinz Yunnan im Südwesten Chinas. Wenn ich an eine Provinz(-hauptstadt) denke, dann habe ich ein verschlafenes Nest im Kopf, wo halt zufälligerweise auch die Geschicke der Provinz geregelt werden, und nicht nur diejenigen der Gemeinde. In China ist das alles eine Nummer grösser. Nicht dass ich das nicht gewusst hätte, aber Kunming ist für mich schon ein Paradebeispiel. Ich hatte bereits Dokus im Fernsehen gesehen, in denen die Landflucht in Yunnan beschrieben wird. Die Provinz ist hat eine der höchsten Anzahl an ethnischen Minderheiten, die fernab der Millionenmetropolen und vor allem fernab des wahnsinnigen wirtschaftlichen Fortschritts (=?) des Landes ums überleben kämpfen. Und Kunming ist der Ort, der diesen Leuten (wieder) Hoffnung gibt. Yunnan ist aber auch die Region, die im Moment einer Vorreiterrolle in der innerchinesichen Tourismusbranche einnimt. Und deshalb gehen die Leute dorthin, wo es Geld zu verdienen gibt. Nichts kann darüber hinwegtäuschen, dass Kunming innerhalb der letzten zehn Jahre (Annahme) massiv gewachsen ist. Ausserhalb des Stadtzentrums prägen gesichtslose Wohnsilos das Stadtbild. Aber die Dimensionen solcher Wohngegenden sind fast nicht in Worte zu fassen. Diese „Städte in der Stadt“ haben teilweise selbst nahezu 1 Million Einwohner oder mehr (je nachdem) und logischerweise auch alles was es zum Leben braucht (Einkaufen, Freizeit, etc.). In einer solcher überbauung, die aus über 20 Hochhäusern besteht, habe ich eine übernachtungmöglichkeit über couchsurfing gefunden. Im ‚room 1012, unit 1, building 17, huachun area, shijicheng district‘ habe ich dann übernachtet. Ins Stadtzentrum dauert es von dort runf 45-60 Minuten, ohne Stau, sonst mehr.

So viel sei zu Kunming gesagt, denn viel mehr als Provinzhauptstafd und Verkehrsknotenpunkt zu allen erdenklichen Orten in Yunnan ist Kunming nicht. Man kann einen Tag dort verweilen und sich ein Bild machen, wie chinesische Millionenmetropolen (abgsehen von Peking und Shanghai) aussehen. Viel Verkehr, breite Strassen, viel Staub, viel geschäftiges Treiben, viel chinesische Billigware, ein paar wenige Tempel, viel ‚aus-dem- Boden-gestampftes‘ und solches das gerade am entstehen ist…

Hier noch ein paar weitere Hinweise. Der Flughafen ist – wie in fast allen chinesischen Städten – etwa 30km ausserhaln und es kostet ca. RMB 100 mit dem Taxi in die Stadt. Ebenso sind die (mehreren) Busbahnhöfe an den Ecken der Stadt verteilt und ein Taxi kostet mindestens RMB 50 ins Zentrum. Das The Hump Hostel ist empfehlenswert, ohne dass ich dort übernachtet hatte, aber auf ein Bier vorbei bin. Das ist auch in praktischer Gehdistanz zum Bahnhof (ca. 1km). Auch Bars und so sind dort in der Nähe. Allgemein habe ich herausgefunden, dass sich Bahnhöfe oftmals in besserer Lage befinden also Busbahnhöfe. Zwar sind die Züge meistens völlig überladen, aber sie sind billiger. Busse sind dafür etwas teurer und schneller. Wer aber umsteigen muss oder will, der ist meistens am Bahnhof besser dran, weil von dort Züge in alle Richtungen gehen (mit einigen Ausnahmen -> Peking mit vier Bahnhöfen). Mit dem Bus kann es aber sein, dass man an einem Busbahnhof ankommt, dann ein Taxi durch die halbe Stadt braucht, um an den anderen Busbahnhof zu gelangen. Also wichtig, immer abchecken, an welchem Bahnhof ein Bus oder Zug abfährt. Und möglichst früh buchen. Sonst kann es vorkommen, dass man für 8 oder 10 oder 15 oder 22 Stunden nur noch ein Stehticket bekommt…

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