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Reisebericht Chiang Mai September 2014

Chiang Mai

 

P1010718Für die Zugfahrt teilten wir uns ein 4-er Abteil in der zweiten Klasse. Im Gegensatz zur 1. Klasse (Fahrt in den Süden) waren in der 2. Kl. nur 4-er Abteile vorzufinden, die mit 2 Kajütenbetten ausgestattet sind. P1010710Diese stehen einen knappen Meter auseinander. Mit einem Vorhang kann man sein Bett abdunkeln und etwas Privatsphäre geniessen. Bevor wir uns jedoch in das frisch bezogene Bettchen legten, hatten wir noch eine Tradition zu wahren. Hmmm, was gab es da nun schon wieder frisches, knackiges und feines am Bahnhof? Dämmert es schon bei euch:)? Genau FRÜHLINGSROLLEN. Natürlich besuchten wir die nette Bahnhofs- Frühlingsrollen- Verkäuferin, welche bisher nur Pascal vor seinem Schock beim letzten Mal kennen gelernt hatte ;). Wir entschlossen uns, die gewohnte Portion von 12 Frühlingsrollen zu kaufen.

Als Pascal am nächsten Morgen erwachte, hatte er die Grenze Richtung 30 nun definitiv überschritten. Wie es sich für zwei eingefleischte Kindergärtnerinnen gehört, wurde ein kräftiges „Happy Birthday“ für das Geburtstagskind angestimmt. Unsere Nachbarn, zwei nette, neugierige Chinesinnen waren total begeistert davon. Sie standen plötzlich vor DSC02535unsere Kabine, applaudierten und sangen mit. Natürlich wurden dann auch sie dazu motiviert, auf Chinesisch ein Geburtstagsständchen zu singen :). Nach einer gemütlich 14 Stündigen Zugfahrt kamen wir am Bahnhof von Chiang Mai an. Ein kaum aufdringlicher Taxifahrer, namens „Mr. A“ (sein richtiger Name hört sich englisch ausgesprochen an wie „Bandit“, was für sein Geschäft vermutlich nicht hilfreich ist 😉 ) brachte uns vier für 150 Baht (ca. 5 CHF) mit einem Minivan zum Hotel (Lamphu House Chiang Mai, ganz neues Hotel mit super Preis-Leistungs-Verhältnis). Während der knapp 20 Minütigen Fahrt klärte er uns auf, dass er ausserdem Touren anbietet und reichte uns eine Infomappe. Dessen Preise und Aktivitäten wir fleissig mit dem Handy fotografierten. Im Hotel angekommen genossen wir den ersten Sprung in den schönen Pool, welcher sich direkt vor unserm Zimmer befand. Später erkundeten wir die Stadt. Als Abrundung von Pascals Geburtstag gönnte sich Madeleine eine Ölmassage (400 Baht/ ca. 12.00 CHF pro Stunde) und Pascal & Damaris versuchten sich an einer Thai Massage (200 Baht/ ca. 6.00 CHF pro Stunde; diese Massage, mit chiropraktik-ähnlichen Elementen ist nicht gerade sanft und wir waren erstaunt, welche Kraft die beiden zierlichen Masseure in ihren Armen hatten). Während an uns herumgeknetet und gezogen wurde, schlenderte Toni zufrieden durch den Tempel im Zentrum der Altstadt. Alle drei fanden, dass ihr Geld super investiert war und freuten sich entspannt und zufrieden auf das Nachtessen. Dieses genossen wir alle vier zusammen im sehr schönen „The Chilli“.

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Noch am selben Abend riefen wir „Mr. A“ an und buchten ihn als Chauffeur für den ganzen nächsten Tag. Als Schweizer kaum vorstellbar, aber gerade mal 1500 Baht (ca. 45.00 CHF) verlangte er als Tagesgage (die Alternative eines taxiähnlichen Gefährts hätte 2000 Baht gekostet). Nach einem reichhaltigen Frühstück wurden wir pünktlich um 9.00 Uhr von Mr. A abgeholt.

Mae Taeng Elephant Park:

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Als erste Station liessen wir uns in dieses Elefantencamp kutschiert. Für 5000 Baht (ca. 147 CHF) wurde uns 4 folgendes Programm geboten: Zu zweit konnte man es sich nebeneinander in einem Korb auf einem Elefantenrücken bequem machen. Auf dem Kopf des Elefanten sass der Mahut, der „Fahrer“ des Elefanten ;), welcher mit seinen Füssen die Ohren des Elefanten kitzelte und ihm somit mitteilte, in welche Richtung er mit bestimmtem Tempo losmarschieren muss. Durch Schlamm und Palmenwald watschelten wir los. Schon bald war Pierre (so tauften wir unseren Elefanten) durstig. Er suchte sich ein Wasserloch und trank vergnügt gute 2 Minuten lang. Zielbewusst wie er war, machte er den nächsten Halt vor einem Bambushäuschen an welchem die Touristen Bananen und Zuckerrohr (20 Baht pro Bündel / 0.60 CHF) kaufen konnten. Wir liessen uns zu dieser absolut touristischen Tat durchringen und gönnten Pierre ein Bündel Bananen. Es folgten noch weitere solcher Stände an welchen er geübt anhielt. Wir waren uns dann aber doch einig, dass im überteuerten Preis eigentlich zumindest das Futter für die Elefanten enthalten sein sollte und kauften nichts mehr ;). Unsere Sorgen, dass Pierre bald an Unterernährung verenden sollte, wurden beim Beobachten des Elefanten von Toni und Madeleine beseitigt. Da dieser offenbar etwas Appetit verspürte, riss er sich kurzerhand einen nicht gerade kleinen Bambusbaum aus und verspeiste einen Teil davon. Es war ein lustiges aber auch holperiges Erlebnis, solch einen Elefantenritt erfahren zu haben. Für den Rückweg zum Eingang des Camps durften wir vier in eine etwas brüchige Holzkutsche umsteigen, welche von 2 Ochsen gezogen wurde. Ihr glaubt es kaum, aber diese Fahrt war noch wesentlich holpriger als diejenige mit dem Elefanten :). Jedoch vergnügten wir uns dabei am Anblick der auf Elefanten vorbeireitenden chinesischen Damen. Diese versuchten mit mittelmässigem Erfolg während dem holprigen Ritt aufrecht im Sattel zu sitzen und sich mit einem eleganten Schirm vor der Sonne zu schützen.

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Zum Abschluss dieses ersten Ausflugziels besuchten wir noch die Elefantenshow. Dabei beobachtete wir die Tiere, wie sie Fussball spielten, zu Musik tanzten und die Jungtiere stolz durch ihren Rüssel trompeteten (was sich jedoch eher wie ein süsses, leises Quietschen anhörte 🙂 ). P1010846Wir staunten nicht schlecht, als zwei erwachsene Elefanten mit ihrem Rüssel einen Pinsel umfassten und mit Wasserfarben ein Bild inklusive Signatur malten. Diese wurden anschliessend versteigert (die Einnahmen kamen einer Stiftung für die artgerechte Haltung von Elefanten zugute). Am Ende der Show konnte man die Tiere noch mit Bananen etc. füttern. Damaris hatte Mitleid mit einem Jungtier, welches ganz am Rande stand und von niemandem gefüttert wurde. Als sie sich dem süssen Riesen näherte, bedankte er sich mit einer Rüsselumarmung. Dies war natürlich ihr Highlight bei dem Besuch des Elefantencamps, welches sich auch Madeleine nicht entgehen liess. Bei ihr bedankte sich der Elefant zusätzlich mit einer kleinen Rüsseldusche. Es war ein toller Ausflug, jedoch hätten wir es bevorzugt, ohne Sattel auf dem Elefanten zu reiten, da dies natürlicher und für die Tiere vermutlich angenehmer wäre. Ausserdem hätten wir uns gewünscht, während dem Ausritt mehr durch den Dschungel und idealerweise noch durch einen Fluss zu marschieren. Wie wir später feststellten werden solche Trips an anderen Orten angeboten (andere Camps in Chiang Mai, Pai, Laos). An weniger touristischen Camps kann man dieses tolle Erlebnis mit Sicherheit günstiger und authentischer geniessen.

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Tiger Kingdom:

Als nächste Station besuchten wir das Tiger Kingdom, welches wir mit gemischten Gefühlen betraten. Wir fanden es eigenartig, diese majestätischen Tiere in ihren nicht allzu grossen Gehegen aus nächster Nähe zu beobachten und zu berühren. Tiger sind die absoluten Lieblingstiere von Damaris. Beim Anblick der schläfrigen eingesperrten Tiere, hielt sich ihre Vorfreude jedoch stark in Grenzen. Aufgrund des extrem ruhigen Verhaltens gingen wir davon aus, dass die Tiger etwas zur Beruhigung verabreicht kriegten, zumal ansonsten auch die Gefahr eines Angriffs auf einen der zahlreichen Besuchern zu gross wäre.Tiger gross Als erstes getrauten sich Toni und Damaris ins Gehege der ausgewachsenen Tiere, begleitet von einem Aufseher. Natürlich war es einzigartig, neben diesen riesigen Raubkatzen zu spazieren und einige davon unter den Anweisungen des Guides zu berühren. Immer noch mit gemischten Gefühlen liefen wir an zahlreichen Gehegen vorbei (Löwen und weisse Sibirische Tiger gab es dort auch) zu den jüngsten Tigern. Diesmal wagten sich Pascal und Damaris ins Gehege. Die kleinen 3-Monate alten Jungtiere wirkten sichtlich aktiver und waren sehr verspielt. Erst hier genoss Damaris erstmals die Nähe zu ihrem Lieblingstier, P1010956da diese über den menschlichen Besuch glücklich wirkten und keinen narkotisierten Eindruck machten. Auch wenn diese süssen Tiger niedlich aussehen, musste man hier einige Verhaltensregeln beachten (z.B. den Kopf nicht berühren). Das Spielen mit diesen faszinierenden Tieren machte Damaris und Pascal sehr viel Spass, so dass wir vier den „Zoo“ mit einem besseren Gefühl verliessen als wir in betreten hatten. Während des Mittagessens sahen wir dann, dass auch die grossen Tiere sehr aktiv und verspielt sind, wenn die Wärter mit ihnen „spielten“. Vielleicht stimmen die Behauptungen des „Tiger Kingdom“, wonach die Tiere natürlich nicht mit Mitteln beruhigt werden. Angeblich sind die Tiger nur deshalb so friedlich und schläfrig, weil sie nachtaktiv sind und im „Tiger Kingdom“ geboren und somit von klein auf den Kontakt mit Menschen gewohnt sind. Ausserdem trösteten wir uns mit dem Gedanken, dass die wilden (vom Aussterben bedrohten) Tiger aufgrund von Wilderei häufig ein schrecklicheres Schicksal erleiden als die Gefangenschaft.

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Nach Elefant und Tiger besuchten wir ein nahegelegenes Thal, durch das ein kleiner Fluss führte. Bei einem kleinen Park erkundeten wir die schöne mit Blumen geschmückte Landschaft und betrachteten den winzigen Wasserfall.

Silk Factory:

Zum Abschluss dieses Tages gingen wir in eine Silk Factory. Der Name ist etwas irreführend, da es sich eher um ein Museum mit angrenzendem Verkaufsladen handelte. Es war jedoch eindrücklich zu sehen, wie Seidenschals mit verschiedensten Mustern an traditionellen Webstühlen hergestellt werden. Ausserdem wurden uns lebende Seidenraupen in den verschiedenen Stadien gezeigt. Anschliessend sahen wir zu, wie aus dem Kokon Seide gesponnen wird. Wer Damaris gut kennt, weiss von ihrer Vorliebe für Schals in verschiedensten Variationen. Deshalb war der angrenzende Shop mit tausenden verschiedener Seidenschals- und Produkte für sie ein Paradies :).

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Unser Abendessen genossen wir an einem Nachtmarkt direkt ausserhalb der Stadtmauer. Wir setzten uns an einen Tisch und jeder holte sich bei den verschiedenen Ständen mehrere Leckereien. Als Nachtisch bestellten wir uns malaysische Crêpes mit Bananen und Kokosnussmilch, die wunderbar schmeckten. Insbesondere Madeleine und Toni waren von den schmackhaften Speisevielfalt und der einzigartigen Atmosphäre begeistert. Dieses Abendessen war ein toller Abschluss unserer Tage in Chiang Mai.

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