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Reisebericht Lusaka 2013

Nach weiteren 16 Stunden Busfahrt, inklusive einer Stopps und der obligaten rund 1,5 Stunden Verspätung (der Motor der Busse wird jeweils ziemlich pünktlich angeworfen, aber dann 1,5 Stunden laufen gelassen, ohne dass gefahren wird und auch ohne dass die Klimaanlage laufen würde, wobei diese sowieso kaputt sind) bei der Abfahrt bin ich durch halb Sambia gefahren und gegen 05.00 Uhr in der Hauptstadt angekommen. Die Fahrt war gut, interessant war vor allem zu sehen, wie unterentwickelt dieses Land wirklich ist. Es ist teilweise herzzerreissend, wenn man kleine Kinder am Strassenrand stehen sieht, die Bewegungen machen um deutlich zu zeigen, wie hungrig sie sind. Es sind so typisch afrikanische Eindrücke, die ich auf den langen Überlandfahrten gewonnen habe. Man sieht die Dörfer, wo Menschen wohnen und leben, die fast nichts haben. Frauen tragen wenn immer möglich alles auf ihrem Kopf, zudem haben sie die Babies in einem Tuch auf den Rücken gebunden. Die Hütten sind aus Lehm und mit Stroh gedeckt; die Weite der Landschaft zum Teil sehr beeindruckend.

Die Stadt Lusaka selbst ist nicht sehenswert. Es ist das Zentrum des Landes, kein Verkehrsweg führt um Lusaka herum. Zu sehen gibt es aber nichts. Die Strassen sind unbefestigt und staubig. Viele Gebäude muten sowjetunion-mässig an oder sind ganz einfach Blechhütten der Ärmsten der Armen. Dennoch, ich habe hier bisher das coolste Backpacker Hostel auf meiner Afrikareise gefunden. Es war so, wie ich es auch aus Südamerika kennen und schätzen gelernt habe. Es gibt einen grossen Gemeinschaftsbereich mit Pool, Bar und Sofas. Hier habe ich auch jemanden aus Belgien kennengelernt, der schon neun Mal in Sambia war und sich entsprechend auskennt in Lusaka. Mit ihm habe ich mein neues Busticket geholt und zudem etwas zu Mittag gegessen. (Ich bin froh dass hier kein Ramadan mehr ist. Nicht aus religiösen Gründen, überhaupt nicht. Die Essensbeschaffung tagsüber ist hier bedeutend einfacher, als wenn die Leute wie im muslimisch geprägten Tansania fasten.) Spannend ist zu sehen, wie nah arm und reich zum Teil beieinander sind. Ein ultra modernes Shoppingcenter unweit des Busbahnhofs wo Busse abfahren und ankommen, die bei weitem keine Zulassung mehr hätten in Europa (übrigens, von Russpartikelfiltern hat hier auch noch niemand etwas gehört).

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