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Reisebericht Swakopmund 2013

Swakopmund war mir vor der Reise kein Begriff. Ich habe aber in Reiseführern und Prospekten und aus Erzählungen erfahren, dass es ein Besuch wert ist. Und so ist es auch. Es gilt gemeinhin als Outdoor-/Extremsport-Ort, wo man sich Adrenalinkicks holen kann. Ich bin mit einem Bus von Windhoek nach Swakopmund an der namibischen Atlantikküste gefahren. Hier habe ich somit ein Zwischenziel der Reise erreicht. Denn ich habe den afrikanischen Kontinent vom indischen Ozean in Tansania bis zur Atlantikküste in Namibia überquert! Das Hostel, das ich herausgesucht hatte, habe ich sogleich gefunden. Also ich hätte es auch alleine gefunden, aber eine ältere Dame hat angehalten und darauf bestanden, dass sie mich mitnehmen dürfe, ich müsse ja noch so extrem weit laufen. Ich wusste, dass es noch zwei Strassen entfernt war, dennoch bin ich die 500 m mitgefahren. Im Hostel habe ich mir seit langem wieder mal ein Dormbett gegönnt, nach rund drei Wochen zelten. Im „Wohnzimmer“ (das Hostel war wie ein Einfamilienhaus mit Küche, Bad, verschiedenen Zimmern und eben dem Wohnzimmer) habe ich einen Deutschen getroffen, der mir bekannt vorkam. Schnell haben wir rausgefunden, dass ich ihn in Windhoek in der anderen Jugi schon getroffen hatte. Dort war ich nur kurz um mich über einen Dreitagestrip zu informieren, der dann aber schon ausgebucht war. Auf jeden Fall haben wir uns sogleich gut verstanden und auf den Weg in den Ort gemacht, um uns mal bisschen umzusehen. Schnell haben wir voneinander erfahren, dass beide mit dem Gedanken spielen, einen Skydive (das heisst aus einem Flugzeug zu springen) zu machen. Es dauerte keine fünf Minuten und wir gaben uns den Handschlag drauf, es durchzuziehen. Am folgenden Morgen wurden wir abgeholt und ins Büro des Skydive-Unternehmens gefahren. Wir haben gezahlt und unterschrieben, dass wir uns im Klaren sind über die Gefahren eines solchen Sprungs. Dann ging alles sehr schnell. Wir sind in die Wüste gefahren, haben uns entsprechend gekleidet, haben kurz eine Instruktion erhalten und schon bald sind wir gestartet. Das Flugzeug war das kleiste, in dem ich jemals flog. Eine Seite war lediglich mit einem küchenfensterrolladen-ähnlichen Ding geschlossen, um es natürlich in der Luft schnell und praktisch öffnen zu können. Wir wurden an unser Tandemmaster (also die Leute, die das professionell machen und mitspringen) festgemacht und schon baumelten die Beine in luftiger Höhe aus dem Flugzeug. Es hiess, ein Skydive sei harmloser als ein Bungeejump. Beim Skydive springt man weder selbst ab noch zieht man den Schirm selbst. Dennoch, das Gefühl ist überwältigend. Während rund 30 Sekunden hatte ich freien Fall, sah die Wüste und das Meer auf mich zu rasen (resp. umgekehrt), bevor der rettende Schirm sich öffnete und wir langsam zu Boden schwebten. Ein krasses Erlebnis!

Doch damit nicht genug. Am Nachmittag konnte ich meinen deutschen Kollegen überzeugen, noch auf eine Quadtour mitzukommen. Auf dem Flyer hiess es „do it oryou regret it“. Und so war es auch. Auch dies, ein (anderes) aber unbeschreiblich cooles Gefühl. Mit einem vierrädrigen Motorrad Sanddünen hoch und wieder runter fahren, die steilen Kurven mit Vollgas ausnutzen und dabei verhindern, dass man im weichen Sand zu viel Gas gibt und sich festfährt. Die unbeschreiblich schöne Landschaft in Verbindung mit den Fahrzeugen (ich bin sonst überhaupt kein Motor-Fan, aber hier war es echt gut), wiederum etwas, das ich wirklich bereuen würde, hätte ich es nicht gemacht. Den super Tag liessen wir bei ein paar Drinks am Meer ausklingen.

Am nächsten Tag habe ich nochmals einen Spaziergang durch den Ort unternommen. Ich bin am Strand entlang gegen Süden gelaufen, bis zu dem Punkt, wo sich die Sanddünen praktisch im Meer verlaufen. Oder das Meer versandet in den Dünen. Wie auch immer. Auf jeden Fall machen eine Horde Flamingos das Bild perfekt. Im Vordergrund die Brandung des Atlantik, die Flamingos, die immer grösser werdenden Sanddünen, ein paar umherstreunende Kamele… Ja, das war ein bezaubernder Anblick!

Gegen Mittag habe ich mich dann auf den Weg zurück nach Windhoek gemacht, von wo am folgenden Tag der Bus in Richtung Kapstadt fuhr. Noch ein Wort zur Busfahrt von Swakopmund nach Windhoek. Der Bus ist zwar erst abgefahren, als er wirklich voll war, das heisst ich musste 3,5 Stunden warten. Aber die Leute in Namibia sind wirklich gastfreundlich. Ein Herr hat mir im Bus jedes Mal, wenn er ein Tier gesehen hat, ein Zeichen gegeben. Direkt aus dem Bus habe ich da Warzenschweine, Springböcke, Giraffen und Strausse gesehen. Auch das war cool!

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